ESC goes Melodifestivalen: Neues Votingverfahren für den Wettbewerb

Das ist definitiv die Meldung des Tages – tatsächlich nehmen die EBU und SVT Veränderungen an der Punktevergabe vor. Dadurch erhoffen sich die ESC-Macher ein spannenderes Voting, aber es gibt auch einen Nachteil, der nicht zu unterschätzen ist.

Punkt 10 Uhr – das Geheimnis ist heute Morgen gelüftet worden: In der Tat werden am Voting Veränderungen vorgenommen, diese Andeutungen haben sich schon in den letzten Monaten breit gemacht. Für viele ESC-Fans wird beim ersten Mal noch nicht ganz klar, wie die neue Punktevergabe funktioniert. Beim schwedischen Vorentscheid „Melodifestivalen“ wird dieses Prozedere schon lange eingesetzt, nun also auch beim Eurovision Song Contest.

Nach über 40 Jahren werden die Wertungen der einzelnen Länder-Jurys und der Zuschauer künftig voneinander getrennt. Dadurch kann jedes Land einem Teilnehmer maximal 24 Punkte geben. Damit bekommen die Spokepersons bei der Punktevergabe im Finale am 14. Mai 2016 in Stockholm nur noch wenig zu tun, man wird lediglich nur verkünden, welchem Teilnehmer die jeweilige Jury zwölf Punkte gegeben hat. Die klassischen „Eight Points“ und „Ten Points“ werden nicht mehr vorgelesen und spielen somit keine größere Rolle mehr. Die restlichen Punkte werden somit nur noch eingeblendet.

Die Ergebnisse aus dem Telefonvoting werden in der Halle von den Moderatoren Petra Mede und dem ESC 2015-Sieger Måns Zelmerlöw verlesen. Sie werden dabei mit dem Land beginnen, dass von allen Zuschauern, die wenigsten Punkte erhalten hat. Dem Publikum wird nicht verraten, aus welchem Land die jeweiligen Punkte kommen. Diese spannenden Details werden im Anschluss an die Show nur im Internet nachzulesen sein. Doch genau dies könnte ein Nachteil sein, den man nicht überschätzen sollte, wie auch Jan Feddersen in seinem Kommentar auf eurovision.de schreibt.

„Man will wissen, ob etwa Deutschland aus Österreich wieder nix bekommen hat – oder ob die osteuropäischen Länder oder die skandinavischen sich jeweils beim Televoting meist begünstigt haben. Man sollte es also umgekehrt halten: Die Punktedurchsager aus den Ländern sollten zunächst die Televotingergebnisse verkünden – im Block am Ende aber die gesammelten Juryergebnisse hinzuaddieren. Als Zuschauer will man schließlich wissen, wie die Abstimmung im eigenen Land ausgefallen ist.“, sagt Jan Feddersen.

Bis jetzt wird sich das für den ein oder anderen ESC-Fan nach einem ziemlichen Durcheinander anhören – wie sich das neue Votingsystem machen wird, werden wir am 14. Mai 2016 herausfinden. Die beiden Semifinals bleiben von dieser Veränderung fast unberührt – nur die Kalkulation der Punkte erfolgt ebenfalls nach dem neuen Wertungsschema.

Schon seit 2012 wird über das neue Punktvergabesystem diskutiert, welches nun einstimmig beschlossen worden ist. Ob das wirklich nun zum größeren Mitfiebern einlädt, bleibt abzuwarten. Jon Ola Sand von der EBU äußerte sich dazu folgendermaßen: „Die neue Art der Präsentation ist ein großer Schritt hin zu einer besseren Fernsehshow und einem spannenderen Wettbewerb“. Dadurch würde gewährleistet, dass der Song, der bei den Zuschauern am besten ankommt, auch zwölf Punkte erhält – unabhängig vom separaten Jury-Voting.“

Das bisherige Votingverfahren, welches ebenfalls in Stockholm im Jahr 1971 eingeführt worden ist, wird in diesem Jahr auch wieder in Schweden von der neuen Voting-Regelung abgelöst.

Ein Erklärvideo über das neue ESC-Voting

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