All eyes on Jamala

In Jamalas Song „1944“  wird das Jahr beschrieben, in dem Josef Stalin die Krimataren nach Zentralasien deportieren ließ. In diesem „All Eyes On…“ lenken wir den Fokus auf die ukranische Kandidatin sowie deren Song.

Jamala

(c) eurovision.tv

Jamala – oder bürgerlich genannt Susana Dschamaladinowa wurde am 27. August 1983 in Osch in der damaligen  Kirgisischen SSR geboren. Sie wuchs in Kirgisistan auf, da ihre Vorfahren unter Stalin von der Halbinsel Krim vertrieben und nach Zentralasien deportiert wurde. Erst nach Auflösung der Sowjetunion zog Jamala wieder zurück in die Ukraine. Wenn es in Richtung Musik geht, dann ist sie als Spinto-Sopranistin tätig und in den Genres Jazz, Soul, R&B und Weltmusik aktiv, mit klassischen und Gospel-Elementen.

Ein Wendepunkt in ihrer Karriere trug sich im Jahr 2009 zu, als sie einen Auftritt beim New Wave Festival in Lettland absolviert hatte und dort für ihre außergewöhnlichen stimmlichen Fähigkeiten und ihre Wandelfähigkeiten ausgezeichnet wurde. Schon einmal versuchte Jamala die Teilnahme am Eurovision Song Contest zu erreichen – 2011, in der der Wettbewerb in der deutschen Stadt Düsseldorf stattgefunden hat – ist die Sängerin beim ukrainischen Vorentscheid lediglich dritte geworden, hinter Slata Ohnewytsch und Mika Newton. Da beim Voting Unregelmäßigkeiten festgestellt worden, sollte ein erneuter Vorentscheid mit den drei Kandidatinnen ausgerichtet werden – dazu ist jedoch nicht gekommen, da Jamala freiwillig nach Manipulationsvorwürfen an das ukrainische Fernsehen ausgestiegen ist.

Nach fünf Jahren befindet sich die ukrainische Sängerin endlich dort, wo sie auch sein wollte – natürlich beim Eurovision Song Contest. Sie wird den Titel „1944“ performen, der auch einen geschichtlichen Hintergrund hat. Denn der Song erzählt das Jahr, in dem Stalin die Krimatataren nach Zentralasien fortgeschafft hat. Weiterhin geht Jamala im Songtext auf die verloren gegangene Kindheit in der Heimat und die Gräueltaten der Sowjets ein. Der Refrain wird übrigens auf Krimtatarisch gesungen, diese Sprache werden wir beim ESC zum ersten Mal hören. Im Songcheck analysieren wir nun, ob Beitrag überzeugen kann.

Eine überwaltigende Stimme trifft einen Song, der besondere Elemente vorweist. Es ist auffällig, wird aber für einige dennoch schwere Kost darstellen – entweder man mag den Song oder nicht. Das Krimtatarisch wertet das Lied noch ein wenig auf und lässt sich gut anhören – Jamals Finalchanchen für die Ukraine dürften ohne Zweifel hoch stehen, ein Platz sollte da als ziemlich sicher gelten. Bei der Platzierung im ESC-Finale könnten hingegen einige Abstriche möglich sein.

Das könnte auch interessant sein...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *